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Lichtschaden. Zement (Bestellung)Lichtschaden. Zement (Bestellung)

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Leseprobe: 1. Romankapitel: "Denkzettel"

 

Textprobe 1:

Du bist der Rohstoff meines Lebens, ich dein Bauplan. Ich kann mir denken, was du jetzt denkst. Auch das wäre typisch. Es stört mich aber nicht. Nur darfst du nicht denken, es hätte etwas mit unseren Seelen zu tun. Seelenverwandtschaft oder so. Denn das ist eindeutig nicht der Fall. Fehlanzeige. Auch mit Gott hat es nichts zu tun, höchstens mit der Schwerkraft und anderen kosmischen Ordnungsprinzipen. Ein Sandkastenspiel der Materie. Wir sollten nicht schon wieder streiten. Es bringt ja nichts, außer dass dich die Sonne verbrennt. Und dann glaubst du wieder, die Bilder in deinem Kopf seien aus Fleisch und Blut. Bloß, weil sie dir so vertraut sind und weil das mit der Seele so schön klingt, so heilig und profund. Dabei ist alles nur ein Missverständnis, eine winzige neurologische Fehlzündung, vermutlich irgendwo zwischen Stammhirn und Kleinhirn.

Und jetzt sitzt du da in Deinem Kellerloch und denkst. Und du denkst immer weiter und tiefer. Vielleicht denkst du zu weit, zu tief oder zu hoch. Das Gedankliche kommt in dir vor wie Sand und Steine in der Brandung, es kommt in Wellen. Von da fließt es in die Uhren und verkrümelt sich. Ich kenne das von mir. Bei mir war das früher die Nähe zum Fluss. Der hat immer für mich mitgedacht. Besonders bei Hochwasser. Da kam er ganz nah. Da roch es brackig und faul im Zimmer. Nach Pubertät und dem Ende von etwas, das nie wirklich da gewesen war. Mit seinem Verwesungsgeruch aber verströmte es plötzlich etwas ganz und gar Gegenwärtiges. Als ginge es darum, im Tod das Leben bloßzustellen.

 

Textprobe 2:

Angelo war, ohne ihn zu beachten, in die Küche gekommen, hatte ein Glas Wasser abgezapft, zweimal daraus getrunken, sich dann abrupt umgedreht, kurz aufgelacht und gesagt, er müsse ihm jetzt etwas sagen und zwar etwas sehr Wichtiges. Er ging zwei Schritte auf Raffaele zu, der am Küchentisch seine Hausaufgaben machte, weil es in der Stube zu laut und zu unruhig war, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte, er müsse ihm jetzt ein Geheimnis anvertrauen. Raffaele sei alt genug, die Wahrheit zu erfahren. Raffaele schaute auf. Angelo fuhr ihm mit der Hand über die Stirn, es läge noch ein Schatten über seinem dritten Auge, sagte er, der müsse zuerst verscheucht werden. Denn das dritte Auge sei der Geheimgang zur Zirbeldrüse, dem Sitz der Seele. Nie dürfe dieses Organ verkalken, es sei die Brücke zwischen den Welten.

„Es liegt ein Fluch auf unserer Familie“, begann Angelo, „ein Fluch, mit dem wir leben müssen.“

 

Im Zwielicht. Sabine Haupts Roman "Lichtschaden. Zement" arbeitet mit scharfen Kontrasten.

Kurzkritik auf literaturkritik.de (26. Mai 2021)

 

Ein philosophischer Liebeskrimi mit dem Oberwallis als Schauplatz

Kurt Schnidrig, Sendung "Literaturwelle",

Radio Rottu Oberwallis (8. Juni 2021)

 

Im April 2021 ist mein neuer Roman erschienen:

Lichtschaden. Zement

Lichtschaden. ZementLichtschaden. Zement

 

 

Interviews

zum Roman in "Telegramme", Rubrik "Entre nous" (17. 5. 2021) :

Materialität der Liebe

 

 

und in "Schweiz am Wochenende" (31.7.2021)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rezension von Rolf Löchel auf "FemBio",

dem Blog von Luise Pusch (22. Juni 2021)

 

Ein diffuses Gefühl von Gefahr. Rezension von Irmtraud Gutschke

auf "literatursalon.online" (17. August 2021)